Die BAG „Suizidprävention im Justizvollzug“

Die Bundesarbeitsgruppe “Suizidprävention im Justizvollzug” (BAG) ist eine Arbeitsgruppe des Nationalen Suizidpräventionsprogrammes (NASPRO). In der BAG sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Professionen aus dem Justizvollzug aller Bundesländer, sowie vier externe Mitglieder vertreten.  Sie wurde auf Initiative von Dr. Katharina Bennefeld-Kersten am 9.3.2006 gegründet. Ziel ist es, Erfahrungen zu kommunizieren, Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien vorzustellen, Erkenntnisse auszutauschen und Komponenten der Suizidprävention zu entwickeln.

Nahezu 1200 Inhaftierte haben sich seit dem Jahr 2000 in deutschen Gefängnissen das Leben genommen. Über die Motive, Gründe und die psychischen Belastungen, die der Selbsttötung vorausgehen, ist in der Öffentlichkeit – außer zahlreichen Mutmaßungen – wenig, fast nichts bekannt. Viele Studien über Inhaftierte verweisen auf eine fatale Mischung aus Gefühlen von Hilflosigkeit und Angst, nicht erkennbarer Perspektive und beeinträchtigter Selbstachtung.

Die BAG hat Flyer für Gefangene und Handlungsempfehlungen für die Länder erarbeitet. Die Empfehlungen geben einen Überblick über funktionsbezogene Aufgaben in der Suizidprävention, namentlich die Gestaltung von Aufnahmeabteilungen – auch baulicher Art, der Umgang mit akut suizidgefährdeten Gefangenen und das Vorgehen nach einem Suizid. Sie können Bedienstete dabei unterstützen, in der Wahrnehmung ihrer Fürsorgepflicht Mittel und Wege zu finden, suizidgefährdeten Gefangenen getreu dem Motto der Bremer Stadtmusikanten „Etwas Besseres als den Tod…“ zu vermitteln.

Inzwischen wurde im österreichischen Vollzug in Anlehnung an die Konzeption der hiesigen BAG eine landesweite Arbeitsgruppe gegründet. Die Arbeitsgruppenmitglieder beider BAG`s treffen sich regelmäßig und pflegen einen regen Austausch.

Seit dem Jahr 2000 wird eine Totalerhebung der Suizide im Justizvollzug durchgeführt.